Mai 132020
 

In guter Gesellschaft sieht sich die Euregio-Bigband. Sie lädt am 29. November – im Umfeld der Nachholtermine des Jazzfestes – zu einem gemeinsamen Konzertabend mit dem Saxofonisten Scott Hamilton ein.

Scott Hamilton

Saxofonist Scott Hamilton steht im Mittelpunkt des Konzerts „Swinging‘ together“, das die Euregio-Bigband am 29. November in der Bürgerhalle veranstaltet. Hamilton wird sowohl mit der Bigband bei einigen Stücken solieren, als auch mit dem Martin Sasse Trio und dem Posaunisten Bert Boeren als Combo auftreten.

Die Euregio Bigband hat viele Jahre versucht, Scott Hamilton, den letzten Weltstar des Swing-Saxofons, für ein Konzert zu gewinnen. Wegen langer Vorlaufzeiten bei gleichzeitig kurzfristigen finanziellen Zusagen des Landesmusikrats NRW ist das bislang gescheitert.

Tickets ab sofort erhältlich

„Wir sind froh, das er uns dieses Jahr zugesagt hat“, so Organisator Ralf Zurloh von der Euregio-Bigband. Tickets sind ab sofort erhältlich beim Touristik Service und per E-Mail unter info@euregio-bigband.de.

Nachdem das letztjährige Konzert ausverkauft war, gehen die Organisatoren erneut von einer großen Nachfrage aus. „Nachdem einige hochkarätige Jazzfest-Veranstaltungen ans Jahresende verlegt wurden, sehen wir unser Event gut eingebettet in einer kompakten Gronauer Jazzreihe, sozusagen in „guter Gesellschaft‘,“ so Zurloh. Zumal Hamilton schon mehrfach beim Jazzfestes aufgetreten ist.

Jazzfan seit der Kindheit

Hamilton wurde 1954 in Providence, Rhode Island, geboren. In seiner frühen Kindheit hörte er viel Jazz durch die umfangreiche Plattensammlung seines Vaters und lernte die Jazzgrößen kennen. Er probierte verschiedene Instrumente aus. Als er ungefähr acht Jahre alt war, hatte er Klarinettenunterricht, der einzige formelle Musikunterricht, den er jemals hatte. Schon in diesem Alter fühlte er sich vom Sound von Johnny Hodges angezogen, aber erst mit 16 Jahren begann er ernsthaft Saxofon zu spielen.

1976 zog er nach New York und bekam über Roy Eldridge einen sechswöchigen Auftritt in Michaels Pub. Eldridge ebnete ihm auch den Weg zur Zusammenarbeit mit Anita O‘Day und Hank Jones. Obwohl es das Ende der alten New Yorker Szene war, waren immer noch viele der Großen aktiv – und Scott Hamilton spielte mit und lernte von ihnen.

Mehr als 40 Alben veröffentlicht

1977 gründete er sein eigenes Quartett, das später ein Quintett wurde. Im selben Jahr hörte Carl Jefferson ihn und begann ihn für sein Concord-Plattenlabel aufzunehmen. Mehr als 40 Alben später nimmt er immer noch für sie auf.

Sein Spiel wurde am besten von Dave Gelly, einem Tenorsaxofonisten und Schriftsteller, beschrieben: „Einem Solo von Scott Hamilton zu folgen, ist wie einem großartigen Gesprächspartner in vollem Gange zuzuhören. Zuerst kommt die Stimme, der unnachahmliche, sichere Klang seines Tenorsaxofons, dann der informelle Stil und schließlich die erstaunliche Geläufigkeit und Beredsamkeit der Jazzsprache.“

Hamilton wurde 2007 bei den Ronnie Scott‘s Jazz Awards als „Ronnie“ für den internationalen Jazz-Saxofonisten des Jahres ausgezeichnet. Kein Wunder, dass er weltweit gefragt ist.

Original von Westfälische Nachrichten

Feb 092020
 

Gronau – Musiker aus zwei Ländern, die auf hohem Niveau Bigband-Literatur einstudieren und präsentieren: Das ist die Euregio Bigband. Am Sonntag gab sie gemeinsam mit Gast-Solisten ein Konzert in der Bürgerhalle. Von Martin Borck

Das ist das Schöne am Jazz: die Freiheit zu improvisieren – nicht nur solistisch, sondern auch im Duett. Wenn sich dabei zwei Musiker verstehen, erleben die Zuhörer besondere Höhepunkte der Musik.

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Nov 042019
 

Euregio Bigband gibt am 1. Dezember Konzert in der Bürgerhalle

Hochkarätiger Jazz erwartet die Gäste beim siebten „Swingin‘ Together“-Konzert der Euregio Bigband. Dem Ensemble ist es erneut gelungen, exzellente Musiker zu gewinnen. Sie werden die Band unterstützen und den zweiten Teil des Abends als Combo gestalten. Das Konzert beginnt am 1. Dezember um 18 Uhr in der Bürgerhalle

Euregio Bigband gibt am 1. Dezember Konzert in der Bürgerhalle: Hochkarätiger Jazz

In diesem Jahr sind mit dabei: Kontrabassist John Goldsby, Tenorsaxofonist, Komponist und Arrangeur Paul Heller, Organist John Hondorp , der Trompeter, Komponist und Arrangeur Jan Wessels sowie Schlagzeuger Bruno Castellucci.

John Goldsby ist seit 1994 Bassist der WDR Big Band und Dozent an der Folkwang Hochschule in Essen. Der Amerikaner lebte lange Zeit in New York, wo er auf zahlreichen Bühnen Musikliebhaber begeisterte. Er hat schon mit vielen Jazz-Größen zusammengearbeitet, war Bassist des Soundtracks von „The Cotton Club“ und selbst die New York Times bezeichnet sein Bassspiel als spektakulär.

Auch Paul Heller ist Mitglied der WDR Big Band. Außerdem ist er bei zahlreichen internationalen Projekten in den unterschiedlichsten Quartett- und Quintett Formationen tätig. Er hat zehn CDs unter eigenem Namen produziert und ist auf über 70 CDs als Solist vertreten.

Der Niederländer John Hondorp unterrichtet seit 1987 an der Musikhochschule in Enschede. Seit 2013 ist er Lehrbeauftragter am Institut für Musik der Fachhochschule Osnabrück. Hondorp betreut verschiedene Ensembles und unterrichtet Improvisationsanalyse und Technik.

Jan Wessels studierte Trompete und Arrangieren am Konservatorium in Hilversum. Er ist gefragter Studio- und Sessionmusiker unter anderem für das Jazz Orchestra of the Concertgebouw, The Dutch Jazz Orchestra, The Millennium Jazz Orchestra und das Metropole Orkest. Als Arrangeur arbeitete er u. a. für die Big Band des HR, die NDR Big Band, Metropole Orkest und Herman Brood. Wessels hat an vielen CD-Produktionen mitgewirkt und arbeitet als Dozent in Amsterdam.

Bruno Castellucci aus Brüssel begleitete den Mundharmonikaspieler Toots Thielemans. Er spielte mit Peter Herbolzheimers Rhythm Combination & Brass und anderen Jazzgrößen wie Charlie Mariano, Quincy Jones oder Dianne Reeves.

Geleitet wird die Euregio Bigband von Natalie Schiemann. Sie studierte in der Ukraine Musik mit den Schwerpunkten Klavier und Chorleitung. Schiemann erhielt eine Auszeichnung für ihren Abschluss als Musiklehrerin und bildete sich im Bereich Jazz und Bigband in verschiedenen Workshops u weiter.

Einlass zum Konzert ist um 17.30 Uhr. Tickets gibt es im Vorverkauf beim Touristik-Service Gronau und über www.euregio-bigband.de. Im Vorverkauf kosten die Tickets 15 Euro und an der Abendkasse – wenn noch vorhanden – 17 Euro.

Original von Westfälische Nachrichten

Dez 092018
 

Gronau – Eine Bigband muss swingen und Dynamik entwickeln. Die einzelnen Sektionen müssen miteinander harmonieren. Die Arrangements müssen stimmen. Und eine Bigband muss über gute Solisten verfügen, deren Improvisationen den Sound des Ensembles einerseits ergänzen und andererseits einen Kontrast zum Ensembleklang bilden. Die Euregio Bigband bringt alle diese Voraussetzungen mit, wie die Zuhörer am Sonntagabend in der Bürgerhalle erlebten. Zum sechsten Mal hieß es „Swingin‘ together“. Wobei sich das „together“ auf die Mitglieder des Ensembles selbst bezieht – aber auch auf das Miteinander mit den prominenten Gästen, die sich die Bigband eingeladen hatte. 

Von Martin Borck

Die Euregio Bigband und ihre Gäste sorgten für musikalischen Hochgenuss. Foto: Martin Borck

Zunächst hatte das Orchester unter Leitung von Natalie Schiemann die Bühne für sich allein. Voll bei der Sache, konzentriert, aber mit gebotener Souveränität demonstrierten die Musikerinnen und Musiker viele Klassiker der Bigband-Literatur. Nicht nur typisch swingende Klassiker gab es – nein: auch introvertierte Balladen, schwungvolle Bossa Novas, Stücke aus dem American Songbook und funky Titel. Alles andere als einfache Hausmannskost; anspruchsvolle Literatur wurde da umgesetzt. Bei einigen Titeln unterstützt von den Gastmusikern Tony Lakatos (Saxofon), Bert Boeren (Posaune), Martin Sasse (Piano), Joost van Schaik (Drums) und Henning Gailing (Kontrabass).

Bei Count Basies „Jumping at the Woodside“ versprühten die Musiker Feuer, stimmungsvoll und einfühlsam gaben sie sich beim Titel „How about you“ von Burton Lane, den Dina Niehaus sang. Das Schöne am Jazz: man kann vorhandenes Material wunderbar und nach Belieben durch die Mangel drehen: Die Bigband machte das mit Gershwins „Summertime“. Ein tausendmal gehörtes Stück – doch die Band ließ von der ursprünglich sommerlich-trägen, sanft dahingleitenden Melodie so gar nichts übrig. Die Musiker verliehen der Melodie eine Kraft und Wucht, die aufhorchen ließ.

Mit dem schnellen, anspruchsvollen Arrangement zu „Echale Todas las Ganas“ powerten sich die Musiker so richtig aus – danach waren sie aber auch platt.

Den zweiten Teil des Programms gestalteten die Gastmusiker allein. Und so gut die Bigband-Musiker sind – die Vollprofis sind naturgemäß noch ein Klasse besser. Die Kommunikation untereinander, die wie selbstverständlich wirkende Leichtigkeit bei den Improvisationen, die Nonchalance, mit der vor allem Tony Lakatos Zitate einstreute – das war Jazz pur.

Neue Themen wurden benannten Klassikern wie „Pennies from Heaven“ hinzugefügt. Bert Boeren entführte die Zuhörer mit „Do you know what it means to miss New Orleans“ an die Wiege des Jazz. Welche Urgewalt dem Genre innewohnt, zeigte das Quintett mit „Uh Huh“, bei dem sich die Spieler die Bälle nur so zuwarfen, sie aufnahmen und weiterspielten – große Klasse. Mit dem mitreißenden „Alligator-Boogaloo“ endete das Konzert, das so Geschmack auf die siebte Auflage von „Swingin‘ together“ machte. 

Original von Westfälische Nachrichten

Dez 162017
 

Gronau – 

Was als erstes auffällt beim Konzert der Euregio-Bigband, ist der ausgewogene Sound. Ganz gleich, ob eine sanfte Ballade oder ein funkiges Stück gespielt wird – die Sektionen sind ausgezeichnet aufeinander abgestimmt.

Von Martin Borck

Was als erstes auffällt beim Konzert der Euregio-Bigband, ist der ausgewogene Sound. Ganz gleich, ob eine sanfte Ballade oder ein funkiges Stück gespielt wird – die Sektionen sind ausgezeichnet aufeinander abgestimmt. Gerade dieser kompakte Klang der gesamten Band bildet die Voraussetzung für das Spiel mit Klangfarben und Dynamik, wenn sich die einzelnen Instrumentengruppen voneinander absetzen, mit- und gegeneinander spielen, einander herausfordern und wieder zusammenkommen.

Die Euregio-Bigband präsentierte am Sonntagabend in der Bürgerhalle eine große Bandbreite an Stilen. Wunderbare Klassiker wie „Song for my Father“ von Horace Silver zum Beispiel, das mit cooler Lässigkeit und in unaufgeregtem Duktus dargeboten wurde. Dina Niehaus‘ Stimme zu „Night and Day“ bekam eine instrumentale Samthülle, bei Piazzollas „Oblivian“ bauschte sich der Sound des Orchesters rund um den sanften Ton des Flügelhorns auf.

Doch die Band konnte auch anders: „Fun Time“ zum Beispiel, eine Komposition von Sammy Nestico, kam im temporeichen und scharfen Arrangement von Count Basie daher. Und der Basie-Boogie lässt schon vom Titel erahnen, dass es rasant zugeht. Natia Amiredshibi ließ die Tasten ihres E-Pianos tanzen.

Die Solisten der Band machten allesamt eine gute Figur. Selbstbewusst improvisierten sie über die Harmonien der Standards und offenbarten dabei Ideenreichtum und technisches Können. Natalie Schiemann, die mit herausfordernden Gesten agierte, als musikalische Leiterin konnte mehr als zufrieden sein.

So gut die Solisten ihre Sache auch machten – die fünf Gastmusiker sind Vollprofis, und das merkte man an ihrem Standing. Florian Weber (Piano), Jonas Burgwinkel (Schlagzeug), Phil Donkin (Bass), Johan Hörlen (Saxofon) und Ludwig Nuss (Posaune) stiegen nach und nach als Rhythmusgruppe und Solisten bei der Band ein. Welche kreativen Kräfte in ihnen schlummern, zeigte sich im zweiten Teil des Konzerts, als sie als Quintett auf der Bühne standen. Burgwinkel führte sich gleich als unglaublich beweglicher Taktgeber ein, Donkin agierte als Impulsgeber im Hintergrund und Weber elektrisierte mit heftigem Drive – bis sogar der Schemel unter ihm zusammenbrach und er auf dem Rücken landete. Die beiden Bläser stiegen ein, und es entwickelte sich ein nervöses Stück im Bebop-Stil. Mit „Body and Soul“ geriet ihr Auftritt wieder in ruhigeres Fahrwasser. Ein aufregendes Jazz-Konzert ging zu Ende. Martin Borck

http://www.wn.de/Muensterland/Kreis-Borken/Gronau/3078777-Euregio-Bigband-und-Gaeste-in-der-Buergerhalle-Kompakter-Sound

Nov 062017
 

Gronau – Die Euregio-Big-Band lädt zu ihren Auftitten stets renommierte Gäste ein. In diesem Jahr findet das Konzert unter dem Motto „Swingin’ together“ am 3. Dezember (Sonntag) statt. Die Bürgerhalle wird erneut die Atmosphäre eines klassischen Jazzclubs atmen, wenn die Musiker loslegen.

Die Liste der Gastmusiker ist so spektakulär wie selten zuvor: Ludwig Nuss, Johan Hörlen,Florian WeberPhil Donkin und Jonas Burgwinkel werden im ersten Teil des Konzertabends gemeinsam mit der Big Band spielen und im zweiten Teil als fünfköpfige Combo auftreten.

Der Euregio-Big-Band selbst gehören mittlerweile immer mehr professionelle Jazzmusiker an. Die Aktiven unter Leitung von Natalie Schiemann arbeiten stetig an der Weiterentwicklung ihres Sounds.

Im Konzert am 3. Dezember wird die Band Titel von Ella Fitzgerald, Count Basie und Astor Piazzolla in Original-Arrangements präsentieren. Sängerin Dina Niehaus, mit der die Big Band seit zehn Jahren zusammenarbeitet, wird erneut die Vokalparts übernehmen. Das klassische Swing-Repertoire hat die Band um zeitgenössische Kompositionen erweitert.

Johan Hörlen begann mit acht Jahren, Klarinette zu spielen, mit elf kam das Saxofon dazu. Er studierte klassisches und Jazz-Saxofon am Royal College of Music in Stockholm, an dem er später selbst lehrte. Johan spielte unter anderem mit Herbie Hancock, McCoy Tyner, Ron Carter, Lee Konitz, Chris Potter, Joe Lovano und vielen anderen Koryphäen. Er ist festes Mitglied der WDR-Big-Band und im Stockholm-Jazz-Orchestra.

Phil Donkin lernte mit zwölf Jahren zunächst E-Bass und spielte in Rockbands, bevor er 1998 nach London zog und sich mit Jazz beschäftigte. Er studierte klassischen Kontrabass an der Guildhall School of Music and Drama. Daneben spielte er in Jazzbands; zu seinen Vorbildern gehörten Charles Mingus, Dave Holland und Larry Gales. Seit 2002 ist er als professioneller Musiker in der britischen Musikszene aktiv. 2012 veröffentlichte Donkin sein Debütalbum „Dimaxis“ und wirkte an zahlreichen Produktionen anderer Jazzmusiker mit.

Auch Florian Weber begann sehr für mit dem Musizierern. Schon mit vier bekam er Klavierunterricht. Als Schüler spielte er in klassischen und Jazzensembles. Er gewann Wettbewerbe und wirkte bei Klavierkonzerten als Solist. Dennoch beschloss er, Mathematik, Physik und Biologie zu studieren; erst später sattelte er wieder auf Musik um. Er studierte unter anderem bei John Taylor in Köln, Joanne Brackeen und Paul Bley in Boston sowie Richie Beirach und Lee Konitz in New York. Er gewann etliche renommierte Wettbewerbe und trat mit Musikern wie Lee Konitz, Pat Metheny, Ralph Alessi, Markus Stockhausen, Thomasz Stanko, Albert Mangelsdorff sowie Benny Bailey auf und tourte mit seiner eigenen Band durch die Welt. 2013 erhielt Florian Weber den „Echo Jazz“ und 2014 den WDR-Jazzpreis für „Jazz Improvisation“.

Jonas Burgwinkel gilt als herausragender Vertreter der neuen Schlagzeuger-Generation. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem den „Echo Jazz 2012”, den SWR- und den WDR-Jazzpreis und den als bester Solist beim North-Sea Jazzfestival. Neben seinem eigenen Projekt „Medusa Beats“ und der langjährigen Zusammenarbeit mit dem Pablo-Held-Trio spielte er weltweit mit Jazzgrößen wie John Scofield, Chris Potter, Dave Liebman, Lee Konitz, Chris Speed, Dave Douglas und John Taylor.

Ludwig Nuss absolvierte sein Studium an der Musikhochschule Köln „mit Auszeichnung“. Danach arbeitete er zunächst als freischaffender Musiker, war erster Posaunist beim Musical „Starlight Express“ in Bochum, und Solist in der SDR-Big-Band Stuttgart. Seit 21 Jahren ist er erster Posaunist der WDR-Big-Band. Er spielte mit Jazzgrößen wie Paul Kuhn, Peter Herbolzheimer, Klaus Weiss, Frank Foster, Michael Abene und vielen anderen und saß in den Begleitorchestern von Shirley Bassey, Barbra Streisand, Toots Thielemans und anderen.

Dank der Unterstützung des Landesmusikrats NRW war es für die Euregio-Big-Band wieder möglich, die fünf Gastmusiker zu engagieren.

Das Konzert in der Bürgerhalle am 3. Dezember beginnt um 18 Uhr. Eintrittskarten kosten im Vorverkauf beim Touristikservice Gronau am Bahnhof 15 Euro, an der Abendkasse 17 Euro

http://www.wn.de/Muensterland/Kreis-Borken/Gronau/3027729-Konzert-von-Euregio-Big-Band-und-Gaesten-Big-Band-Jazz-in-Clubatmosphaere

Dez 062016
 

Gronau – Wirklich schade! Man kommt nicht umhin, das festzustellen: Der Konzertabend der Euregio-Big-Band am Sonntagabend hätte deutlich mehr Publikumsresonanz verdient gehabt. Nicht allein der in der Jazz-Szene teils legendären Gäste wegen. Auch die 2004 gegründete Big Band aus dem Grenzgebiet stemmte mit ihren Solisten ein anspruchsvolles Programm, bevor sie die Bühne freigab für ein einmaliges Ensemble-Erlebnis: Andy Haderer (Trompete, Flügelhorn), Ludwig Nuss (Posaune), Rainer Böhm (Piano), John Goldsby (Kontrabass) und Hans Dekker (Drums) bildeten zum ersten Mal gemeinsam ein Jazz-Quintett, das geradezu nach „da capo“ verlangt.

Von Christiane Nitsche

Vom jiddisch oder schwarz inspirierten Swing der 20er-Jahre bis zum New Jazz reichte das Spektrum, wobei die Big Band besonders dem klassischen US-amerikanischen Jazz frönte. Das Konzert bildete den Abschluss eines zweitägigen Workshops, den sich die Band unter Leitung von Natalie Schiemann mit ihren Gästen gegönnt hatte. Besonders Andy Haderer, sonst Professor für Jazztrompete an der Musikhochschule Köln und erster Trompeter bei der WDR-Big-Band, setzte dabei erkennbar Akzente.

„Die Band hat bis zuletzt an den Stücken gearbeitet“, verriet Busch. Von Stress war auf der Bühne indes nicht viel zu merken. Besonders Alex Cordts am Tenor-Saxofon und Natia Amiredshibi (Piano) taten sich mit gleich mehreren anspruchsvollen Soli hervor – etwa bei Frank Fosters „Shiny Stockings“.

Natalie Schiemann führte die Band mit knappem, akzentuiertem Dirigat durch die Klippen auch so komplexer Stücke wie „Me Then, Why?“ von Mike Tomaro oder „Flight of the Foo Birds“, mit dem sich Count Basie schon legendär verewigt hat.

Die Leistung der Musiker dies- und jenseits der Grenze nötigte auch den hochkarätigen Gästen Respekt ab, die auch zwei Stücke gemeinsam mit der Band absolvierten, bevor sie in kleiner Besetzung endgültig ihre Klasse unter Beweis stellten.

Klassiker von Chet Baker und Bob Brookmeyer, Duke Ellington, aber auch Stücke aus der Feder von Bassist John Goldsby, Pianist Rainer Böhm und Posaunist Ludwig Nuss gab es – mal balladesk, mal bluesig angehaucht, mal funky. Immer aber mit dem kongenialen Duo Haderer/Nuss on front und fantastischen Soli aller Beteiligten. Besonders Rainer Böhm überraschte mit genial angehauchten Eskapaden an den Tasten, während Goldsby und Dekker als „partner in crime“ dem Bühnenboden scheinbar noch mehr Volumen gaben. Dekker, der aus Boekelo stammt und früher in Enschede am Konservatorium unterrichtet hat, freute sich, im Publikum Bekannte wiederzusehen. „Es muss teilweise über 20 Jahre her sein“, überlegte er.

Bleibt zu hoffen, dass es bis zum nächsten Wiedersehen nicht so lange dauert.

http://www.wn.de/Muensterland/Kreis-Borken/Gronau/2623942-Euregio-Bigband-und-hochkaraetige-Solisten-der-Jazz-Szene-Einmaliges-Ensemble-Erlebnis

Jan 202016
 

Gronau – Das Ideal eines Bigband-Konzerts lässt sich einfacher definieren als umsetzen. Doch die Euregio-Bigband ist auf einem guten Weg in Richtung dieses Ideals.
Von Martin Borck

Der satte Sound der Bläser wird von intelligenten Einwürfen der Rhythmus-Sektion kommentiert; Soli spinnen die musikalischen Gedanken auf individuelle Weise weiter – das Ideal eines Bigband-Konzerts lässt sich einfacher definieren als umsetzen. Doch die Euregio-Bigband ist auf einem guten Weg in Richtung dieses Ideals. Was sich am Sonntagabend beim Konzert „Swingin‘ together“ in der Bürgerhalle erwies.

Ein stilistisch breit gefächertes Spektrum deckten die Musiker unter Leitung von Natalie Schiemann ab. Da gab es zum Beispiel klassische Bigband-Kompositionen wie „Orange Sherbert“, für die Count Basie in seiner unnachahmlichen Art Standards gesetzt hat. Oder den „One Note Samba“ von Antonio Carlos Jobim. Oder das großartige Stück „Morocco“ von Russ Freeman, in dessen Einstudierung die Musiker offensichtlich sehr viel Herzblut gesteckt hatten: Über den ostinat durchgeschlagenen Beat entwickelt sich eine eingängige, nordafrikanisch angehauchte Melodie. Alex Cordts (Saxofon), Julian Bohn (Piano) und Alex Florin (Gitarre) brillierten mit einfallsreichen Soli – das hatte Klasse.

Sängerin Dina Niehaus hatte zuvor beim Klassiker „At last“ eine Kostprobe ihrer vokalen Fähigkeiten abgegeben. Bei „Secret Love“ stieg schließlich Posaunist Jiggs Whigham ein, der am Samstag einen Workshop mit den Musikern durchgeführt und sich, nebenbei bemerkt, lobend über deren ausgezeichnete Qualität geäußert hatte.

Bei den Soli Whighams zeigten sich dann doch einige Unterschiede zwischen den Bigband-Musikern und dem Vollprofi. Vor allem bei der Tonbildung legt Whigham eine Natürlichkeit an den Tag, die Resultat jahrzehntelanger Erfahrung als Profi sind.

Bei den Soli Whighams zeigten sich dann doch einige Unterschiede zwischen den Bigband-Musikern und dem Vollprofi. Vor allem bei der Tonbildung legt Whigham eine Natürlichkeit an den Tag, die Resultat jahrzehntelanger Erfahrung als Profi sind.

Original westfälischer nachrichten

Nov 082015
 

Euregio Big Band und internationale Jazz-Stars laden zum Konzert„Swingin‘ together“

Jiggs Whigham 

Jiggs Whigham

Gronau –

Rhythmus, Dynamik und einzigartige Klänge: Der Euregio Big Band ist es zum dritten Mal gelungen, hochkarätige Stars aus der Welt des Jazz‘ für ein gemeinsames Konzert zu gewinnen. Unter dem Motto „Swingin‘ together“ wird die Band unter der Leitung von Natalie Schiemann gemeinsam mit den internationalen Stars am 29. November (Sonntag) die Bürgerhalle Gronau mit Jazz-Musik erfüllen.

Von Hannes Kohlhoff

Mit dem Posaunisten Jiggs Whigham ist eine echte Jazz-Legende zu Gast. Der gebürtige US-Amerikaner war bereits mit 19 Jahren Soloposaunist und erhielt seine ersten Engagements in New York. Nach Deutschland kam er 1965 als Solist zum WDR Jazz Orchester und gewann kurz darauf den ersten Preis für Modern Jazz in Wien. In Köln und Berlin lehrte er Jazz und ist heute weltweit tätig als Solist und Dozent sowie als Dirigent der BBC Big Band in England und Leiter des Bundesjazzorchesters. Er spielte mit unzähligen Jazzgrößen zusammen wie Cannonball Adderly oder Benny Goodman.

Dagmar Bunde gewann mit ihrem Quartett gleich vier beste Preise für ihr Album „My Jazz“, das ausschließlich moderne Jazzkompositionen aus eigener Feder enthält. Sie sang zudem im Bundesjazzorchester und arbeitete mit Künstlern aus vielfältigen Bereichen zusammen.

Berthold Matschat ist mit Piano, Cello, Gitarre und Mundharmonika ein absoluter Allrounder. Tätig ist der studierte Musiker als Jazz-Pianist und Keyboarder. Er spielte u.a. schon mit Joe Sample und Paul Kuhn.

Bruno Müller ist gefragter Live- und Studiogitarrist und in der Vielfalt der musikalischen Stile zu Hause. Gemeinsam mit Gloria Gaynor, Udo Jürgens sowie als Mitglied der TV Total Band „Heavytones“ stand der Kölner Dozent schon auf der Bühne.

Der mazedonische Jazz-Bassist Martin Gjakonowski war bereits dank seines authentischen und vielseitigen Spiels in den musikalischen Bereichen von „Avantgarde“ bis „World Music“ unterwegs. Er wirkte bereits bei unzähligen erstklassigen Jazz-Produktionen mit und gehört zu den gefragtesten Bassisten Deutschlands.

Das Konzert beginnt um 19 Uhr, Einlass ist ab 18.30 Uhr. Tickets gibt es im Vorverkauf für 20, an der Abendkasse für 23 Euro. Vorverkaufsstellen sind die Volksbank (Neustraße) und der Touristik-Service.

 

Dez 182014
 

Gronau –
Es gibt nichts Gutes, das man nicht noch besser machen könnte. Das gilt offenbar auch für die Euregio Bigband. Hatten die Musiker schon im vergangenen Jahr mit der Premiere von „Swingin‘ together“ die Qualitätslatte sehr hoch gehängt, übersprangen sie diese Vorgabe am Sonntagabend in der Bürgerhalle deutlich.

Von Martin Borck
Ihren sowieso schon kompakten Sound, den sie bereits beim ersten Stück, dem Miles-Davis-Titel „Solar“ zele­brierten, verfeinerten die Musiker unter Leitung von Natalie Schiemann mit viel Raffinesse. Die gestopften Trompeten verliehen der Interpretation von Ben Tuckers „Co­min‘ home Baby“noch in den letzten Sekunden das besondere I-Tüpfelchen.

Dieses Stück hatte zwar Drive, für Drummer Ruben Wassink stellte es aber keine große Herausforderung dar. Viel jazzigere Akzente setzte er bei Oscar Petersons Stück „Wheatland“, das in kleiner Combo-Besetzung mit Chri stiane Gerl (Gitarre), Natia Amiredshibi (Piano) und Jochen Tischler (Bass) präsentiert wurde. Zu ihnen gesellte sich Posaunist Bernd Nawrat mit samtenen Ton. Ein fast filigraner Kontrast zum vollen Orchestersound.

Sängerin Dina Niehaus und Sänger Paul ten Bulte hatten erneut ausdrucksstarke Auftritte mit Gershwins „Wonderful“ und „Fly me to the Moon“, wahrlich „wonderful“ eingebettet in den Klang der Bigband.

Solistisch taten sich etliche Musiker der Band mit stimmigen Beiträgen hervor – auch als die professionellen Gastmusiker nach und nach auf die Bühne kamen. Po­saunist Bert Boeren sprang bei Coltranes „Blue Train“ ein, Peter Weniger (Saxofon) und Martin Sasse (Piano) bei „I watched her walk away“. Schließlich vervollständigten Bassist Henning Gailing und Schlagzeuger Joost van Schaik das Line-up auf der Bühne. Boeren führte solistisch in neue Klangwelten ein, während sich Weniger bei seinen kraftvollen Solopartien auf sein grandioses melodisches Improvisationsvermögen verließ.

Den zweiten Teil des Konzerts gestalteten die fünf Profis allein – und zeigten sich regelrecht inspiriert von den Leistungen der Bigband. Fetzig-flott Johnny Mandels „El Cajon“, während in ihrer Interpretation von Jobims „Un grando amor“ der lässig-coole Bossa-Nova-Charakter des Originals dem hohen Tempo geopfert wurde. Dafür gab es eine wunderbare Duo-Passage von Boeren und Weniger.

Gailing brillierte mit virtuosen Soli, van Schaik war der rhythmische Fels in der Brandung, stilsicher und ohne große Fratzen. Sasse ging ganz an seinem E-Piano-Spiel auf.

Ein Klasse-Konzert, das selbst anspruchsvolle Jazzfreunde vollständig zufriedenstellte.

 

„Swingin‘ together“ am 30.11.2014 in der Bürgerhalle Gronau