In den Medien

 

Big-Band-Jazz in Clubatmosphäre

Nov62017

Gronau – Die Euregio-Big-Band lädt zu ihren Auftitten stets renommierte Gäste ein. In diesem Jahr findet das Konzert unter dem Motto „Swingin’ together“ am 3. Dezember (Sonntag) statt. Die Bürgerhalle wird erneut die Atmosphäre eines klassischen Jazzclubs atmen, wenn die Musiker loslegen.

Die Liste der Gastmusiker ist so spektakulär wie selten zuvor: Ludwig Nuss, Johan Hörlen,Florian WeberPhil Donkin und Jonas Burgwinkel werden im ersten Teil des Konzertabends gemeinsam mit der Big Band spielen und im zweiten Teil als fünfköpfige Combo auftreten.

Der Euregio-Big-Band selbst gehören mittlerweile immer mehr professionelle Jazzmusiker an. Die Aktiven unter Leitung von Natalie Schiemann arbeiten stetig an der Weiterentwicklung ihres Sounds.

Im Konzert am 3. Dezember wird die Band Titel von Ella Fitzgerald, Count Basie und Astor Piazzolla in Original-Arrangements präsentieren. Sängerin Dina Niehaus, mit der die Big Band seit zehn Jahren zusammenarbeitet, wird erneut die Vokalparts übernehmen. Das klassische Swing-Repertoire hat die Band um zeitgenössische Kompositionen erweitert.

Johan Hörlen begann mit acht Jahren, Klarinette zu spielen, mit elf kam das Saxofon dazu. Er studierte klassisches und Jazz-Saxofon am Royal College of Music in Stockholm, an dem er später selbst lehrte. Johan spielte unter anderem mit Herbie Hancock, McCoy Tyner, Ron Carter, Lee Konitz, Chris Potter, Joe Lovano und vielen anderen Koryphäen. Er ist festes Mitglied der WDR-Big-Band und im Stockholm-Jazz-Orchestra.

Phil Donkin lernte mit zwölf Jahren zunächst E-Bass und spielte in Rockbands, bevor er 1998 nach London zog und sich mit Jazz beschäftigte. Er studierte klassischen Kontrabass an der Guildhall School of Music and Drama. Daneben spielte er in Jazzbands; zu seinen Vorbildern gehörten Charles Mingus, Dave Holland und Larry Gales. Seit 2002 ist er als professioneller Musiker in der britischen Musikszene aktiv. 2012 veröffentlichte Donkin sein Debütalbum „Dimaxis“ und wirkte an zahlreichen Produktionen anderer Jazzmusiker mit.

Auch Florian Weber begann sehr für mit dem Musizierern. Schon mit vier bekam er Klavierunterricht. Als Schüler spielte er in klassischen und Jazzensembles. Er gewann Wettbewerbe und wirkte bei Klavierkonzerten als Solist. Dennoch beschloss er, Mathematik, Physik und Biologie zu studieren; erst später sattelte er wieder auf Musik um. Er studierte unter anderem bei John Taylor in Köln, Joanne Brackeen und Paul Bley in Boston sowie Richie Beirach und Lee Konitz in New York. Er gewann etliche renommierte Wettbewerbe und trat mit Musikern wie Lee Konitz, Pat Metheny, Ralph Alessi, Markus Stockhausen, Thomasz Stanko, Albert Mangelsdorff sowie Benny Bailey auf und tourte mit seiner eigenen Band durch die Welt. 2013 erhielt Florian Weber den „Echo Jazz“ und 2014 den WDR-Jazzpreis für „Jazz Improvisation“.

Jonas Burgwinkel gilt als herausragender Vertreter der neuen Schlagzeuger-Generation. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem den „Echo Jazz 2012”, den SWR- und den WDR-Jazzpreis und den als bester Solist beim North-Sea Jazzfestival. Neben seinem eigenen Projekt „Medusa Beats“ und der langjährigen Zusammenarbeit mit dem Pablo-Held-Trio spielte er weltweit mit Jazzgrößen wie John Scofield, Chris Potter, Dave Liebman, Lee Konitz, Chris Speed, Dave Douglas und John Taylor.

Ludwig Nuss absolvierte sein Studium an der Musikhochschule Köln „mit Auszeichnung“. Danach arbeitete er zunächst als freischaffender Musiker, war erster Posaunist beim Musical „Starlight Express“ in Bochum, und Solist in der SDR-Big-Band Stuttgart. Seit 21 Jahren ist er erster Posaunist der WDR-Big-Band. Er spielte mit Jazzgrößen wie Paul Kuhn, Peter Herbolzheimer, Klaus Weiss, Frank Foster, Michael Abene und vielen anderen und saß in den Begleitorchestern von Shirley Bassey, Barbra Streisand, Toots Thielemans und anderen.

Dank der Unterstützung des Landesmusikrats NRW war es für die Euregio-Big-Band wieder möglich, die fünf Gastmusiker zu engagieren.

Das Konzert in der Bürgerhalle am 3. Dezember beginnt um 18 Uhr. Eintrittskarten kosten im Vorverkauf beim Touristikservice Gronau am Bahnhof 15 Euro, an der Abendkasse 17 Euro

http://www.wn.de/Muensterland/Kreis-Borken/Gronau/3027729-Konzert-von-Euregio-Big-Band-und-Gaesten-Big-Band-Jazz-in-Clubatmosphaere

Einmaliges Ensemble-Erlebnis

Dec62016

Gronau – Wirklich schade! Man kommt nicht umhin, das festzustellen: Der Konzertabend der Euregio-Big-Band am Sonntagabend hätte deutlich mehr Publikumsresonanz verdient gehabt. Nicht allein der in der Jazz-Szene teils legendären Gäste wegen. Auch die 2004 gegründete Big Band aus dem Grenzgebiet stemmte mit ihren Solisten ein anspruchsvolles Programm, bevor sie die Bühne freigab für ein einmaliges Ensemble-Erlebnis: Andy Haderer (Trompete, Flügelhorn), Ludwig Nuss (Posaune), Rainer Böhm (Piano), John Goldsby (Kontrabass) und Hans Dekker (Drums) bildeten zum ersten Mal gemeinsam ein Jazz-Quintett, das geradezu nach „da capo“ verlangt.

Von Christiane Nitsche

Vom jiddisch oder schwarz inspirierten Swing der 20er-Jahre bis zum New Jazz reichte das Spektrum, wobei die Big Band besonders dem klassischen US-amerikanischen Jazz frönte. Das Konzert bildete den Abschluss eines zweitägigen Workshops, den sich die Band unter Leitung von Natalie Schiemann mit ihren Gästen gegönnt hatte. Besonders Andy Haderer, sonst Professor für Jazztrompete an der Musikhochschule Köln und erster Trompeter bei der WDR-Big-Band, setzte dabei erkennbar Akzente.

„Die Band hat bis zuletzt an den Stücken gearbeitet“, verriet Busch. Von Stress war auf der Bühne indes nicht viel zu merken. Besonders Alex Cordts am Tenor-Saxofon und Natia Amiredshibi (Piano) taten sich mit gleich mehreren anspruchsvollen Soli hervor – etwa bei Frank Fosters „Shiny Stockings“.

Natalie Schiemann führte die Band mit knappem, akzentuiertem Dirigat durch die Klippen auch so komplexer Stücke wie „Me Then, Why?“ von Mike Tomaro oder „Flight of the Foo Birds“, mit dem sich Count Basie schon legendär verewigt hat.

Die Leistung der Musiker dies- und jenseits der Grenze nötigte auch den hochkarätigen Gästen Respekt ab, die auch zwei Stücke gemeinsam mit der Band absolvierten, bevor sie in kleiner Besetzung endgültig ihre Klasse unter Beweis stellten.

Klassiker von Chet Baker und Bob Brookmeyer, Duke Ellington, aber auch Stücke aus der Feder von Bassist John Goldsby, Pianist Rainer Böhm und Posaunist Ludwig Nuss gab es – mal balladesk, mal bluesig angehaucht, mal funky. Immer aber mit dem kongenialen Duo Haderer/Nuss on front und fantastischen Soli aller Beteiligten. Besonders Rainer Böhm überraschte mit genial angehauchten Eskapaden an den Tasten, während Goldsby und Dekker als „partner in crime“ dem Bühnenboden scheinbar noch mehr Volumen gaben. Dekker, der aus Boekelo stammt und früher in Enschede am Konservatorium unterrichtet hat, freute sich, im Publikum Bekannte wiederzusehen. „Es muss teilweise über 20 Jahre her sein“, überlegte er.

Bleibt zu hoffen, dass es bis zum nächsten Wiedersehen nicht so lange dauert.

http://www.wn.de/Muensterland/Kreis-Borken/Gronau/2623942-Euregio-Bigband-und-hochkaraetige-Solisten-der-Jazz-Szene-Einmaliges-Ensemble-Erlebnis

Nah am Ideal

Jan202016

Gronau – Das Ideal eines Bigband-Konzerts lässt sich einfacher definieren als umsetzen. Doch die Euregio-Bigband ist auf einem guten Weg in Richtung dieses Ideals.
Von Martin Borck

Der satte Sound der Bläser wird von intelligenten Einwürfen der Rhythmus-Sektion kommentiert; Soli spinnen die musikalischen Gedanken auf individuelle Weise weiter – das Ideal eines Bigband-Konzerts lässt sich einfacher definieren als umsetzen. Doch die Euregio-Bigband ist auf einem guten Weg in Richtung dieses Ideals. Was sich am Sonntagabend beim Konzert „Swingin‘ together“ in der Bürgerhalle erwies.

Ein stilistisch breit gefächertes Spektrum deckten die Musiker unter Leitung von Natalie Schiemann ab. Da gab es zum Beispiel klassische Bigband-Kompositionen wie „Orange Sherbert“, für die Count Basie in seiner unnachahmlichen Art Standards gesetzt hat. Oder den „One Note Samba“ von Antonio Carlos Jobim. Oder das großartige Stück „Morocco“ von Russ Freeman, in dessen Einstudierung die Musiker offensichtlich sehr viel Herzblut gesteckt hatten: Über den ostinat durchgeschlagenen Beat entwickelt sich eine eingängige, nordafrikanisch angehauchte Melodie. Alex Cordts (Saxofon), Julian Bohn (Piano) und Alex Florin (Gitarre) brillierten mit einfallsreichen Soli – das hatte Klasse.

Sängerin Dina Niehaus hatte zuvor beim Klassiker „At last“ eine Kostprobe ihrer vokalen Fähigkeiten abgegeben. Bei „Secret Love“ stieg schließlich Posaunist Jiggs Whigham ein, der am Samstag einen Workshop mit den Musikern durchgeführt und sich, nebenbei bemerkt, lobend über deren ausgezeichnete Qualität geäußert hatte.

Bei den Soli Whighams zeigten sich dann doch einige Unterschiede zwischen den Bigband-Musikern und dem Vollprofi. Vor allem bei der Tonbildung legt Whigham eine Natürlichkeit an den Tag, die Resultat jahrzehntelanger Erfahrung als Profi sind.

Bei den Soli Whighams zeigten sich dann doch einige Unterschiede zwischen den Bigband-Musikern und dem Vollprofi. Vor allem bei der Tonbildung legt Whigham eine Natürlichkeit an den Tag, die Resultat jahrzehntelanger Erfahrung als Profi sind.

Original westfälischer nachrichten

Euregio Big Band und internationale Jazz-Stars laden zum Konzert„Swingin‘ together“

Nov82015

Euregio Big Band und internationale Jazz-Stars laden zum Konzert„Swingin‘ together“

Jiggs Whigham 

Jiggs Whigham

Gronau –

Rhythmus, Dynamik und einzigartige Klänge: Der Euregio Big Band ist es zum dritten Mal gelungen, hochkarätige Stars aus der Welt des Jazz‘ für ein gemeinsames Konzert zu gewinnen. Unter dem Motto „Swingin‘ together“ wird die Band unter der Leitung von Natalie Schiemann gemeinsam mit den internationalen Stars am 29. November (Sonntag) die Bürgerhalle Gronau mit Jazz-Musik erfüllen.

Von Hannes Kohlhoff

Mit dem Posaunisten Jiggs Whigham ist eine echte Jazz-Legende zu Gast. Der gebürtige US-Amerikaner war bereits mit 19 Jahren Soloposaunist und erhielt seine ersten Engagements in New York. Nach Deutschland kam er 1965 als Solist zum WDR Jazz Orchester und gewann kurz darauf den ersten Preis für Modern Jazz in Wien. In Köln und Berlin lehrte er Jazz und ist heute weltweit tätig als Solist und Dozent sowie als Dirigent der BBC Big Band in England und Leiter des Bundesjazzorchesters. Er spielte mit unzähligen Jazzgrößen zusammen wie Cannonball Adderly oder Benny Goodman.

Dagmar Bunde gewann mit ihrem Quartett gleich vier beste Preise für ihr Album „My Jazz“, das ausschließlich moderne Jazzkompositionen aus eigener Feder enthält. Sie sang zudem im Bundesjazzorchester und arbeitete mit Künstlern aus vielfältigen Bereichen zusammen.

Berthold Matschat ist mit Piano, Cello, Gitarre und Mundharmonika ein absoluter Allrounder. Tätig ist der studierte Musiker als Jazz-Pianist und Keyboarder. Er spielte u.a. schon mit Joe Sample und Paul Kuhn.

Bruno Müller ist gefragter Live- und Studiogitarrist und in der Vielfalt der musikalischen Stile zu Hause. Gemeinsam mit Gloria Gaynor, Udo Jürgens sowie als Mitglied der TV Total Band „Heavytones“ stand der Kölner Dozent schon auf der Bühne.

Der mazedonische Jazz-Bassist Martin Gjakonowski war bereits dank seines authentischen und vielseitigen Spiels in den musikalischen Bereichen von „Avantgarde“ bis „World Music“ unterwegs. Er wirkte bereits bei unzähligen erstklassigen Jazz-Produktionen mit und gehört zu den gefragtesten Bassisten Deutschlands.

Das Konzert beginnt um 19 Uhr, Einlass ist ab 18.30 Uhr. Tickets gibt es im Vorverkauf für 20, an der Abendkasse für 23 Euro. Vorverkaufsstellen sind die Volksbank (Neustraße) und der Touristik-Service.

 

Virtuose Soli und grandiose Improvisationen

Dec182014

Gronau –
Es gibt nichts Gutes, das man nicht noch besser machen könnte. Das gilt offenbar auch für die Euregio Bigband. Hatten die Musiker schon im vergangenen Jahr mit der Premiere von „Swingin‘ together“ die Qualitätslatte sehr hoch gehängt, übersprangen sie diese Vorgabe am Sonntagabend in der Bürgerhalle deutlich.

Von Martin Borck
Ihren sowieso schon kompakten Sound, den sie bereits beim ersten Stück, dem Miles-Davis-Titel „Solar“ zele­brierten, verfeinerten die Musiker unter Leitung von Natalie Schiemann mit viel Raffinesse. Die gestopften Trompeten verliehen der Interpretation von Ben Tuckers „Co­min‘ home Baby“noch in den letzten Sekunden das besondere I-Tüpfelchen.

Dieses Stück hatte zwar Drive, für Drummer Ruben Wassink stellte es aber keine große Herausforderung dar. Viel jazzigere Akzente setzte er bei Oscar Petersons Stück „Wheatland“, das in kleiner Combo-Besetzung mit Chri stiane Gerl (Gitarre), Natia Amiredshibi (Piano) und Jochen Tischler (Bass) präsentiert wurde. Zu ihnen gesellte sich Posaunist Bernd Nawrat mit samtenen Ton. Ein fast filigraner Kontrast zum vollen Orchestersound.

Sängerin Dina Niehaus und Sänger Paul ten Bulte hatten erneut ausdrucksstarke Auftritte mit Gershwins „Wonderful“ und „Fly me to the Moon“, wahrlich „wonderful“ eingebettet in den Klang der Bigband.

Solistisch taten sich etliche Musiker der Band mit stimmigen Beiträgen hervor – auch als die professionellen Gastmusiker nach und nach auf die Bühne kamen. Po­saunist Bert Boeren sprang bei Coltranes „Blue Train“ ein, Peter Weniger (Saxofon) und Martin Sasse (Piano) bei „I watched her walk away“. Schließlich vervollständigten Bassist Henning Gailing und Schlagzeuger Joost van Schaik das Line-up auf der Bühne. Boeren führte solistisch in neue Klangwelten ein, während sich Weniger bei seinen kraftvollen Solopartien auf sein grandioses melodisches Improvisationsvermögen verließ.

Den zweiten Teil des Konzerts gestalteten die fünf Profis allein – und zeigten sich regelrecht inspiriert von den Leistungen der Bigband. Fetzig-flott Johnny Mandels „El Cajon“, während in ihrer Interpretation von Jobims „Un grando amor“ der lässig-coole Bossa-Nova-Charakter des Originals dem hohen Tempo geopfert wurde. Dafür gab es eine wunderbare Duo-Passage von Boeren und Weniger.

Gailing brillierte mit virtuosen Soli, van Schaik war der rhythmische Fels in der Brandung, stilsicher und ohne große Fratzen. Sasse ging ganz an seinem E-Piano-Spiel auf.

Ein Klasse-Konzert, das selbst anspruchsvolle Jazzfreunde vollständig zufriedenstellte.

 

„Swingin‘ together“ am 30.11.2014 in der Bürgerhalle Gronau

Archive